Nachhaltige Geldanlage

Vor fünf Jahren gründeten Jacqueline und Klaus Kremser eine eigene Existenz in einem Geschäftsfeld, das noch in den Kinderschuhen steckte: Erdwärme.

Von Anke KÜHN BEBERSTEDT. Ihre Bohrer haben es durch den Granit im Harz geschafft und damit die Versorgung des Nationalpark-Besucherzentrums mit umweltfreundlicher und kostengünstiger Wärme aus dem Erdinneren erreicht - und das ist nur eines der 450 erfolgreichen Projekte, auf die das junge Unternehmen "ProGeos - Kremser & Kremser" zurückschauen kann. Vor sechs Jahren reifte bei dem Ehepaar der Wunsch, sich selbstständig zu machen, "um sich frei, ohne Zwänge entfalten zu können", erklärt Frau Kremser. 2004 gingen die Eltern von zwei Töchtern den Schritt vom Angestelltendasein in die eigene Existenz. 500 000 Euro investierten sie in spezielle Bohrtechnik - und wurden für ihren unternehmerischen Mut belohnt. Mit ihrem Verfahren erreichten sie höhere Bohrgeschwindigkeiten, eine saubere Abwicklung, und auch die natürlichen geologischen Unwägbarkeiten ließen sich gut händeln. Für ihre verbesserte Technik wurden sie mit dem Gründerpreis "Marktlücke" der Zeitungsgruppe Thüringen und IHK ausgezeichnet. Stück für Stück ging es so voran mit dem Erfolg. Als 2005 ein "Bauboom" einsetzte, mussten sie Kunden plötzlich mit bis zu einem Jahr Wartezeit vertrösten. Daher entschlossen sie sich, ein zweites Bohrgerät anzuschaffen. Mit zwei Teams und sieben Mitarbeitern ist ProGeos heute im Einsatz, vorrangig in Thüringen und angrenzenden Regionen. "So sind wir nicht nur effektiver, sondern kennen uns auch aus, kennen quasi jeden Untergrund", schildert Jacqueline Kremser die Firmenphilosophie. Im Durchschnitt 100 Häuser pro Jahr rüstet ProGeos mit Erdwärmesonden aus. Vor allem frischgebackenen Hausbesitzer entscheiden sich dafür. Doch auch Umrüstungen gilt es verstärkt zu erledigen. "Seit dem die Finanzbranche in die Krise geraten ist, entscheiden sich vermehrt auch ältere Hausherren dafür, investieren ihr Geld lieber nachhaltig", so die Erfahrung von Frau Kremser. Auch die öffentliche Hand ist immer öfter Auftraggeber. So wird künftig eine Turnhalle in Walldorf/Werra mit Erdwärme beheizt. Und auch wenn der derzeit gesunkene Ölpreis die Nachfrage abschwächt, wissen die Kremsers, sich in einer zukunftsträchtigen Branche etabliert zu haben. So hoffen sie noch viele Kunden mit einer Technik zu versorgen, von der man außen nichts sieht und hört. "Nur spürt", fügt Jacqueline Kremser an. In Form von Wärme nämlich.

Thüringer Allgemeine vom 11. Juli 2009
Text: Anke Kühn
Fotos: Daniel Volkmann

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